Tipps für den Autohandel im Internet

Du hast dich dazu entscheiden, deinen alten Wagen zu verkaufen und möchtest den Handel im Internet praktizieren? Dann bist du sicherlich auch daran interessiert, das Fahrzeug so gewinnbringend wie möglich zu verkaufen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich das meiste Geld herausschlagen lässt, wenn man an Privatpersonen verkauft. Damit du deinen Autohandel so profitabel wie möglich gestalten kannst, wollen wir die nachfolgend die 10 wertvollsten Tipps an die Hand geben.

Wähle einen realistischen Verkaufspreis

Dein Telefon klingelt ununterbrochen. Und das kurz nachdem du dein Inserat veröffentlicht hast. Die Interessenten stehen Schlange und du freust dich. Doch so toll, wie es im ersten Moment klingen mag, ist es nicht. Denn wenn du dich vor Anfragen kaum retten kannst, musst du davon ausgehen, dass du im Begriff bist, Geld zu verschenken. Wenn die Riesen-Nachfrage dich morgens zu unchristlicher Stunde aus dem Bett reißt, ist es sehr wahrscheinlich, dass du einen zu niedrigen Verkaufspreis in deiner Anzeige, beziehungsweise deinem Inserat angegeben hast.

Im selben Atemzug macht es überhaupt keinen Sinn, Fantasie-Preise anzugeben. Denn letztendlich tauchen deine potenziellen Käufer nur dann zur Fahrzeugbesichtigung auf, wenn du einen realistischen Preis für deinen gebrauchten Wagen im Inserat publizierst. Und das allein kann schon nervenaufreibend genug sein, wenn es darum geht den Wagen zu veräußern. Du wirst dabei viele Versprechungen zu hören bekommen. Zum Beispiel: „ich kaufe deinen Wagen zum angegebenen Preis, ohne diesen vorher gesehen zu haben. „Diese Zusagen und ausgemachten Termine werden aber in der Regel nicht eingehalten. Bei solchen Versprechen darfst du davon ausgehen, dass deine vermeintlichen Interessenten auf diese Weise versuchen, die Konkurrenz auszustechen.

Am wichtigsten ist es beim Autoverkauf, dass du den Zustand deines Wagens ehrlich beschreibst. Wenn du vorhandene Mängel bereits in der Anzeige oder am Telefon zugibst, erhöhst du deine Authentizität und gewinnst mehr Vertrauen. Außerdem räumst du deinen potenziellen Käufern auf diesem Weg weniger Verhandlungsspielraum ein. Und nicht zuletzt kannst du davon ausgehen, dass der Käufer ziemlich verärgert sein wird, wenn er einen weiten Weg angereist ist, um dann vor Ort festzustellen, dass der Wagen Mängel aufweist, welche du weder im Inserat, noch am Telefon erwähnt hast.

Die Technik ist nicht entscheidend: Auf die Optik kommt es an

Viele Autoverkäufer machen den Fehler, die Optik des Fahrzeugs zu unterschätzen. Doch hier solltest du immer im Hinterkopf behalten, dass die Optik mehr zählt, als die Technik. Insbesondere, wenn du deinen Wagen nicht in einem Autohaus, sondern an eine Privatperson verkaufen willst. Schließlich kennen sich viele Interessenten mit der Technik nicht so gut aus. Handelt es sich jedoch um einen sauberen Wagen, geht der Interessent davon aus, dass er wohl auch unterm Blech gut gepflegt sein wird. Wenn du deinen Wagen gründlich putzt, kannst du den Verkaufswert ordentlich steigern. Die gründliche Reinigung bezieht sich sowohl auf die Karosserie, als auch auf den Innenraum.

Hinweis: Im Internet gibt es zahlreiche Berichte, in denen der Preisunterschied getestet wurde. So wurde beispielsweise ein Ford Mondeo zweimal von einem Gutachter auf den Prüfstand gestellt. Erst im schmutzigen und dann im sauberen Zustand. Das Ergebnis war eine Preisdifferenz von 500 EUR.

Achte auch stets darauf, dass du dich bei Preisverhandlungen nicht über den Tisch ziehen lässt. Du solltest dir deshalb eine untere Schmerzgrenze ziehen, welche du auch einhältst. Ganz gleich, wie hartnäckig der Interessent verhandelt. In den meisten Fällen tauchen die Profikäufer im Doppelpack auf. Die zweite Person dient dazu, kein gutes Haar an deinem Fahrzeug zu lassen. Dann kommen beispielsweise Aussagen wie: Wir sind extra den weiten Weg angereist und haben die Kosten dafür umsonst verschwendet. Dieses Gejammere sollte dich nicht unter Druck setzen, denn es handelt sich um Verhandlungsstrategien, mit denen dir beabsichtigt ein schlechtes Gewissen eingetrichtert wird. Hier solltest du die Ruhe bewahren und nicht darauf eingehen. Führe dir lieber vor Augen, dass vielleicht der nächste Interessent bereit ist, den angegebenen Preis zu zahlen. Kommen wir nun zu den einzelnen Verkaufstipps:

Tipp 1: Ein realistischer Preis ist das A und O

Wenn du deinen Wagen zu teuer anbietest, wird sich kaum ein Interessent bei dir melden. Falls du ein kostenpflichtiges Inserat geschaltet hast, ist die Investition damit hinfällig. Setzt du deinen Verkaufspreis jedoch zu niedrig an, verschenkst du bares Geld. Außerdem wirst du von zahlreichen Interessenten drangsaliert, obwohl der Wagen schon längst verkauft wurde. Um dir eine gute Orientierung zu verschaffen, solltest du den DAT-Preis nehmen. Dafür kannst du auf autobild.de vorbeischauen. Das lokale Feintunig für die Preisfindung gestaltest du am besten mit einem Vergleich ähnlicher Angebote aus dem Netz und der örtlichen Tageszeitung.

Tipp 2: Mehr Geld mit einem sauberen Fahrzeug

Das Auto gehört schließlich irgendwie zur Familie. Und der neue „Partner“ sollte natürlich gut gepflegt sein. Nichts wirkt auf Interessenten abstoßender als der Nikotinmief vom Vorgänger. Beim erfolgreichen Autohandel solltest du also darauf achten, dass deine Interessenten nicht schon beim Türen öffnen dankend ablehnen. Reinige deinen Wagen deshalb gründlich, bevor du Besichtigungstermine vereinbarst. Vergiss dabei nicht den Aschenbecher, welchen du einfach in den Geschirrspüler stellen kannst. Im Idealfall lässt du auch eine Motorwäsche durchführen. Poliere den Lack und entferne kleine Kratzer mit speziellen Reinigungs- und Pflegeprodukten. Ist dein Fahrzeug ein besonders hartnäckiger Fall, solltest du dich für eine professionelle Reinigung beim Fachbetrieb entscheiden. Eventuell ist auch eine Fahrzeugaufbereitung sinnvoll.

Tipp 3: Überzeuge mit einem Prüfbericht

Beim Autokauf, ganz gleich ob im Autohaus oder im Internet, spielt das Vertrauen eine entscheidende Rolle. Unfallfreiheit, Kilometerleistung und Mängelfreiheit sind zwar schnell versprochen, doch mit einem entsprechenden Prüfbericht durch eine neutrale Stelle, kannst du potenzielle Käuferzweifel schnell aus dem Weg räumen. Einen seriösen Gebrauchtwagen-Check kannst du unter anderem beim TÜV oder bei der DEKRA durchführen lassen.

Hinweis: Als ebay-Kunde erhältst du dein Zertifikat gegen eine Gebühr von 35 EUR per Email. Beim ADAC kannst du sogar eine Gebrauchtwagengarantie übernehmen.

Tipp 4:

Der erste Eindruck zählt

Sauberes Auto, tolle Gegend, vernünftige Fotos: Wenn du dein Fahrzeug erstklassig in Szene setzt, sammelst du gegenüber der Konkurrenz ordentlich Pluspunkte. Neben optimalen Fotos solltest du in der Anzeige alle Vorzüge aufzählen, welche dein Wagen zu bieten hat. Falsche Bescheidenheit hat hier nichts verloren. Du solltest deshalb sämtliche Extras erwähnen, welche Teil deiner serienmäßigen Ausstattung sind. Von der Dachbox bis hin zu den Alufelgen, sollte alles aufgezählt werden. Wichtig ist jedoch, dass du dabei ehrlich bleibst. Denn weit angereisten Kunden gegenüber, wäre es mehr als unfair, falsche Hoffnungen zu machen.

Tipp 5: Das Internet bietet dir mehr Möglichkeiten

Automobilbörsen im Netz ermöglichen dir mehr Reichweite. Die Inserate sind fast immer kostenlos und du hast die Möglichkeit, dein Angebot weltweit abfragen zu lassen. Handelt es sich bei deinem Fahrzeug um einen Exoten oder einen teuren Wagen, bietet sich parallel ein Inserat über die lokale Tageszeitung an. Schließlich sind Liebhaber häufig bereit, eine weite Anreise für ihren Traum in Kauf zu nehmen. Soll der Zweitwagen veräußert werden, ist das regionale Anzeigenblatt in der Regel ausreichend.

Tipp 6: Mit Garantie noch mehr Gewinn erzielen

Als Privatperson hast du die Möglichkeit, die Gewährleistung auszuschließen. Anders verhält es sich im Autohaus, wo der Händler dazu verpflichtet ist, mindestens 1 Jahr Garantie zu geben. Der Profi im Autohaus erzielt im Schnitt 15 Prozent mehr Gewinn für den Gebrauchtwagen. Mit einer privat abgeschlossenen Garantie für deinen Gebrauchtwagen, kannst du diesen Nachteil ausgleichen. Kommt es zu einem Garantiefall, werden in der Regel die Lohnkosten und ein Anteil am Material übernommen. Und zwar unabhängig von der Laufleistung.

Tipp 7: Schütze dich vor Betrügern

Viele Käufer wenden Tricks an, auf welche du keinesfalls hereinfallen solltest. So gibt es beispielsweise Betrüger, welche dir Interesse suggerieren und dich um einen Rückruf auf eine kostenintensive 1090er-Nummer bitten. Viele Täuscher besichtigen den Wagen, geben ein mündliches Angebot ab und versuchen den Preis bei der Übergabe massiv zu drücken. Auch davor solltest du dich in Acht nehmen. Es gibt auch Betrüger, die den Wagen mit gefälschten Schecks zahlen.

Tipp 8: Probefahrt immer in Begleitung

Bevor du mit deinem Interessenten eine Probefahrt unternimmst, solltest du dir den Führerschein dieser Person zeigen lassen. Wenn du deinen Wagen bereits abgemeldet hast, brauchst du ein Kurzzeit- oder ein rotes Kennzeichen.

Wichtig: Der Versicherungsschutz besteht nur dann, wenn die Daten deines Fahrzeugs in die Kennzeichen-Papiere eingetragen sind. Du solltest bei einer Probefahrt grundsätzlich mitfahren. Auch wenn der Interessent dir anbietet, seinen Ausweis oder eine Kreditkarte als Pfand dazulassen. Diese Papiere können schließlich gefälscht sein. Handelt es sich um einen sehr teuren Wagen, solltest du den Fahrzeugbrief nicht mit zur Probefahrt nehmen. Gauner hätten sonst die Möglichkeit, diesen zu stehlen.

Tipp 9: Ware gegen Bares

Du kennst die Redewendung „Nur Bares ist Wahres“. Auch wenn es sich dabei um eine abgedroschene Floskel handelt, so ist sie vor allem beim Autohandel mehr als zutreffend. Setze dir im Vorfeld einen Mindestbetrag, welchen du auch von gewieften Käufern nicht herunterhandeln lässt. Du solltest außerdem einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen. Wähle dazu am besten einen Vordruck aus dem Internet. Achte aber darauf, dass die Gewährleistung dabei immer ausgeschlossen wird. Den Fahrzeugbrief solltest du erst aus der Hand geben, wenn du den vollen Kaufpreis erhalten hast.

Tipp 10: Info an die Zulassungsstelle und die Versicherung

Sobald du deinen Gebrauchtwagen erfolgreich verkauft hast, musst du sowohl die Versicherung, als auch die Zulassungsstelle darüber informieren. Der neue Besitzer kann die entstempelten Schilder gleich mitnehmen. Sofern dieser im selben Bezirk wohnt, kann er deine Autonummern im Rahmen der Wiederzulassung weiternutzen.

Und vergiss auf keinen Fall, Dein Fahrzeug auf unserer kostenfreien Plattform einzustellen!